Wie bereits erwähnt ist unsere Therapie für ALLE Tumorarten geeignet. Im Zuge unserer jahrelangen Erfahrung haben sich jedoch Sonderfälle herauskristallisiert, die wir gesondert betrachten – dazu gehört die Behandlung des Prostatakarzinoms.

Das Spektrum der herkömmlichen therapeutischen Maßnahmen, die üblicherweise beim Prostatakarzinom eingesetzt werden, reicht von einer einfachen Hormonblockade bis hin zur totalen Prostatektomie, Chemotherapie und Bestrahlung oder auch Kombinationen der genannten Möglichkeiten. Liegen bereits Metastasen (Tochtergeschwülste) vor, werden teilweise auch knochenaufbauende Wirkstoffe wie z. B. Pamidronsäure gegeben.

Trotz dieser z. T. mit erheblichen Nebenwirkungen verbundenen Interventionen steht der Arzt oft vor dem therapeutischen Aus, etwa wenn sich eine „Hormontaubheit“ einstellt oder wenn die Chemotherapie nicht mehr greift.

Dem gegenüber steht der dringende Wunsch vieler Patienten nach einer schonenden Therapie, bei der Kontinenz und möglichst auch Potenz erhalten bleiben und eine Chemotherapie vermieden wird. Diesem Wunsch kann man allerdings meist nur dann mit gutem Gewissen entsprechen, wenn ein für den jeweiligen Fall ein hinreichend effektives Verfahren zur Wahl steht. Auch beim Prostatakarzinom muss das Immunsystem strategisch gestärkt werden, d.h. eine alleinige Wärmetherapie der Prostata genügt nicht!
Die kombinierte Anwendung von regionaler Tiefen-Hyperthermie, Prostata-Kurzwellen-Hyperthermie und Ganzkörper-Hyperthermie, ergänzt durch eine hoch dosierte Mistelinfusionstherapie, stellt weltweit ein Novum in der komplementären Behandlung des Prostatakarzinoms dar.

Grundlage des Behandlungskonzeptes beim Prostatakrebs ist wie bei der Behandlung der anderen Tumore eine intensiv-biologische Krebstherapie (Kombinationstherapie). Sie soll einerseits das Imunsystem stärken und zum anderen die Zellen des Tumors, der Metastasen und vor allem der Mikrometastasen schwächen oder abtöten.

Im allgemeinen wird die Therapie in einer längeren 1. Behandlungsphase von bis zu 5 Wochen, täglich 4-5 Stunden (Montag – Freitag, die Wochenenden bleiben frei) begonnen. Nach Beendigung der 1. Phase sollten nach einiger Zeit, abhängig von dem Ergebnis schulmedizinischer Kontrollen und dem Zustand des Patienten, Wiederholungstherapien von kürzerer Dauer stattfinden.

 

Folgende Therapien werden u.a. bei Prostatakrebs durchgeführt:

 

Ganzkörper-Hyperthermie

Bereits im Anfangsstadium eines Tumorleidens kann eine Mikrometastasierung stattfinden. Deshalb muss das Konzept der ganzheitlichen Krebsbehandlung auch eine Bekämpfung eventuell vorhandener Mikrometastasen mittels der Ganzkörper-Hyperthermie umfassen. Im günstigsten Fall ist diese Behandlung als prophylaktisch anzusehen. Aber wann ist ärztliches Handeln beim Krebs überhaupt prophylaktisch und nicht lediglich reaktiv?
 

Lokale Tiefen-Hyperthermie

Neben der direkten Beeinflussung des Tumorgeschehens in der Prostata durch die Prostataüberhitzung kann durch die Hinzunahme der lokalen Tiefen-Hyperthermie – hier wird der Hitzeteller suprasymphysär (oberhalb des Schambeins) platziert – auch die Umgebung des Organs erreicht werden. So werden neben der Prostata selbst auch die an die Prostata angrenzenden Lymphknotenbereiche dem Hitzespektrum ausgesetzt. Wie durch PET-Cholin CT erfolgte Verlaufskontrollen zeigen, lassen sich auch große retroperitoneale (hinter dem Bauchfell gelegen) Lymphknoten z.B. durch die Kurzwellen-Hyperthermie deutlich verkleinern bzw. auch fast zum Verschwinden bringen. Diese großen Bezirke beim Tumorbefall durch das Prostata-Karzinom wären z.B. nicht durch eine Bestrahlung herkömmlicher Art behandelbar, d.h. diese Patienten wären dem Tode geweiht. Die Tatsache, dass durch eine komplementäre Therapie hier gute Heilungschancen bestehen können sind noch völlig unbekannt. Wir konnten eine solche Lymphknotenrückbildung mehrfach beobachten (PET-Cholin CT). Hier zeigt es sich, dass die sogenannte Komplementärmedizin nicht mehr komplementär, sondern in höchstem Maße autonom, ja sogar unentbehrlich sein kann. Diese Möglichkeiten dürfen schwerkranken Prostatakarzinompatienten – wie auch anderen Patienten mit Tumorerkrankungen – nicht vorenthalten werden.
 

Prostatakurzwellen-Hyperthermie

Mit dieser Methode wird das lokale Karzinomgeschehen in der Prostata angegangen. Das Verfahren wurde ausführlich in FORUM KOMPLEMENTÄRE ONKOLOGIE 2/99 erläutert (sie finden den Artikel in Prof. Maars Blog). Es muss betont werden, dass das übliche Mikrowellenverfahren für die Behandlung des Karzinoms nicht geeignet ist. Das Kurzwellenprinzip gewährleistet ein tieferes Eindringen des elektrischen Feldes. Es wird versucht, auch Zellen, welche sich auf dem Weg zur Bösartigkeit befinden („Interface-Gewebe“), in ihrem Wachstum zu hemmen. Innerhalb von einem Jahr wurden mit diesem Verfahren viele positive Erfahrungen gesammelt.

Über einen Behandlungskatheter wird eine Wärmesonde in der Prostata positioniert. Über ein externes Gerät wird die Wärme in der Sonde Sukkzessiv bis auf 48°-52° aufgebaut und permanent überwacht. Die Behandlung dauert ca. 1,5 Stunden. Nach zwei Tagen wird diese Therapie wiederholt. Eine 3. Behandlung erfolgt nach 3 Wochen. Danach wird eine Erfolgskontrolle durch eine MRT-Wiederholung durchgeführt. Unter Umständen muss die lokale Prostatakurzwellentherapie auch mehrfach wiederholt werden. Die Intervalle werden von dem Verlauf der Erkrankung, und auch vom MRT-kontrolliert, abhängig sein.
 

Hochdosierte intravenöse Misteltherapie

Die genannten Hyperthermie-Verfahren werden längere Zeit abwechselnd angewendet und sind eingebettet in tägliche Mistelinfusionen. Nach einer Testung, ob die Mistel überhaupt vertragen wird (von bisher über 1 000 Patienten hatten acht eine starke Unverträglichkeit), wird die Dosis schnell gesteigert. Um eine Apoptose der Tumorzellen (Tumorzellentod) zu erreichen, ist die intravenöse Hochdosistherapie erforderlich.